Gedenktag für die Opfer kommunistischer Diktaturen
Gedenktag für die Opfer kommunistischer Diktaturen
Die kommunistischen Diktaturen des 20. Jahrhunderts forderten weltweit mehr als hundert Millionen Menschenleben. Der erste kommunistische Staat entstand 1917 nach der Revolution in Russland und festigte seine Macht mit den Mitteln des Terrors. Das sowjetische System diente auch den Diktaturen anderer Länder als Vorbild.
In Ungarn wurde die sowjetische Besetzung am Ende des Zweiten Weltkriegs, 1945, vollständig. Die Anwesenheit der Roten Armee sicherte die Voraussetzungen für die Machtübernahme der Kommunisten, während der die Ungarische Kommunistische Partei die politischen Gegner schrittweise ausschaltete. Bis zum Ende der 1940er Jahre wurde die Einparteiendiktatur aufgebaut: Die Kirchen wurden verfolgt, Privateigentum wurde verstaatlicht, und die Kollektivierung begann.
Das System zeigte schon von Anfang an sein wahres Gesicht. Während der sowjetischen Besetzung wurden mehrere Hunderttausend ungarische Menschen in die Lager des Gulag verschleppt, von denen viele nie nach Hause zurückkehren konnten. Im Inland fanden Schauprozesse statt, Hunderte wurden hingerichtet, und Zehntausende zu Gefängnis oder Internierung verurteilt. Zwangsarbeitslager existierten unter anderem in Recsk, Kazincbarcika, Tiszalök und Kistarcsa.
Nach der Niederschlagung der Revolution und des Freiheitskampfes von 1956 wurde die Diktatur neu organisiert. Während der Vergeltungsmaßnahmen wurden 228 Menschen hingerichtet, mehrere Zehntausend kamen ins Gefängnis, und etwa 200 000 mussten ins Exil gehen. Das System brach erst Jahrzehnte später, während der Veränderungen in Ostmitteleuropa, zusammen.
Den Gedenktag für die Opfer der kommunistischen Diktaturen erklärte das Parlament im Jahr 2000 zum 25. Februar. An diesem Tag erinnern wir uns an alle, die Opfer der kommunistischen Unterdrückung wurden, und erweisen ihrem Mut und ihrem Leid unseren Respekt.


